Verhandlungsergebnis erzielt
Nach intensiven und schwierigen Verhandlungen haben der Betriebsrat und die IG Metall bei Bosch Bühl einen wichtigen Erfolg für die Beschäftigten erzielt. Der ursprünglich geplante Stellenabbau wird deutlich reduziert, die berufliche Zukunft vieler junger Menschen gesichert und ein mitbestimmter Zukunftsfonds für Innovationen geschaffen.
Gleichzeitig ist es ein trauriger Tag für Bühl: Nun steht fest, dass der Standort spürbar kleiner wird. Der Personalabbau konnte nicht verhindert, sondern nur abgemildert werden.
Konkrete Ergebnisse der Verhandlungen
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Stellenabbau reduziert: Statt 1.700 nun 1.200 betroffene Arbeitsplätze.
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Nachwuchssicherung: Ein Großteil der Auszubildenden wird unbefristet übernommen.
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Mitbestimmter Zukunftsfonds: Finanzierung für neue Projekte, Produkte und Innovationen am Standort.
Beteiligung der Beschäftigten war ausschlaggebend
Die Verhandlungen waren hart und geprägt von gegensätzlichen Positionen. Für die IG Metall standen zwei Ziele im Mittelpunkt: den Personalabbau begrenzen und eine klare Zukunftsperspektive für den Standort Bühl zu sichern.
„Ohne die Aktionen im Betrieb, vor dem Werkstor und unsere große Demo in der Bühler Innenstadt wäre das nicht möglich gewesen. Die Boschler haben gezeigt, wie wichtig ihnen ihr Arbeitsplatz ist – und sie haben gekämpft. Immer wenn Druck nötig war, war die Belegschaft da. Die Kolleginnen und Kollegen haben in den letzten Wochen Kampfkraft, Solidarität und gewerkschaftlichen Einsatz gezeigt und viel erreicht“, erklärt Katrin Mayer, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Offenburg.
IG Metall bleibt an der Seite der Beschäftigten
„Wir werden den weiteren Prozess eng begleiten – sowohl für Kolleginnen und Kollegen, die Angebote erhalten und das Unternehmen verlassen müssen, als auch für diejenigen, die bleiben. Wir unterstützen bei Altersteilzeit, Aufhebungsverträgen und individuellen Fragen – beispielsweise bei Grenzgänger-Themen. Und wir werden den Betriebsrat bei allen kommenden Aufgaben beraten, unterstützen und begleiten“, so Mayer.
Der Tarifvertrag bei Bosch bleibt unverändert bestehen.
Arbeitskosten? Offensichtlich nicht das Thema.
Die IG Metall stellt klar: Die Belegschaft wäre bereit gewesen, tarifliche Einschnitte zugunsten sicherer Arbeitsplätze zu akzeptieren. Doch diese Angebote wurden vom Arbeitgeber mehrfach ausgeschlagen.
„Offensichtlich ging es dem Arbeitgeber nicht um zu hohe Arbeitskosten. Sonst hätte er unsere ausgestreckte Hand angenommen. Warum er das nicht wollte? Ging es wirklich nur um Abbau? Das werden wir wohl nie erfahren.“
Ein bitterer Tag – und eine wichtige Erkenntnis
Viele Beschäftigte verlieren trotz aller Bemühungen ihren Arbeitsplatz. Das trifft nicht nur die Betroffenen selbst, sondern wirkt weit in die Region, Zulieferer, Handel und das örtliche Leben hinein. Die Verkleinerung des Standorts ist damit auch ein wirtschaftlicher Rückschlag für Bühl und Umgebung.
Zum Abschluss macht Mayer deutlich: „So sehr wir Verbesserungen erreicht haben – es bleibt ein schwerer Einschnitt. Aber eines steht fest: Ohne eine starke Interessenvertretung, ohne die IG Metall und ohne einen kämpferischen Betriebsrat wäre das Ergebnis für die Belegschaft ungleich schlechter ausgefallen.“ Die IG Metall bleibt in Bühl eine starke, verlässliche und unverzichtbare Kraft – und sie wird sich auch künftig einmischen, wenn es um die Zukunft der Beschäftigten geht.