Starkes Zeichen der Bosch-Belegschaft
Parallel zum heute stattfindenden Verhandlungstermin rief die IG Metall zur aktiven Mittagspause auf – und die Antwort der Beschäftigten war gewaltig. Rund 1.200 Kolleginnen und Kollegen versammelten sich um 11:30 Uhr vor dem Werkstor, um lautstark ein Zeichen gegen den drohenden Abbruch der Gespräche zu setzen.
Die Einigungsstelle – ein Risiko für den Standort
Warum ist der Widerstand gegen die Einigungsstelle so entscheidend? Sollte der Arbeitgeber die Verhandlungen tatsächlich einseitig beenden, würde ein externer Einigungsstellenvorsitzender die Entscheidungsgewalt übernehmen. Das Problem dabei ist, dass diese Person weder das Werk noch die Menschen, die dort täglich ihre Arbeit leisten, kennt.
Für die IG Metall ist klar: 1.700 Schicksale sind mehr als nur eine statistische Größe in einer Excel-Tabelle. Ein Gang vor die Einigungsstelle hätte fatale Folgen für die inhaltliche Gestaltung der Zukunft. Die Verhandlungen über den geplanten Stellenabbau wären damit faktisch beendet. In der Einigungsstelle ginge es dann nur noch um die Konditionen des Abbaus. Lösungen für die langfristige Perspektive des Standortes nach den Streichungen fänden dort keinen Platz mehr.
Appell an die Geschäftsführung: Verantwortung statt Zahlenspiele
Die Forderung der Belegschaft ist eindeutig: Der Arbeitgeber muss seiner sozialen Verantwortung gerecht werden. „Qualität steht vor Quantität“ – so der Tenor vor den Werkstoren. Die IG Metall betont, dass nachhaltige Lösungen für den Betrieb innerhalb desselben gefunden werden müssen und nicht in einem sterilen Verfahren vor einer externen Stelle.
„Wir sind verhandlungsbereit und wollen gestalten“, sagen die Gewerkschaftsvertreter unter dem Beifall der 1 200 Anwesenden. Das Ziel bleibe eine tragfähige Zukunft für den Standort, die über reinen Personalabbau hinausgehe. Die Mobilisierung vor dem Tor hat gezeigt: Die Belegschaft steht geschlossen hinter dieser Forderung und wird den Druck aufrechterhalten.